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Das Werkcollege

Projekt: Steine der Erinnerung PDF Drucken E-Mail



In Memoriam

Bis zum Jahr 1939 lebte die Familie Gelber, die 1917 von Krakau nach Wien gekommen war, in der Neubaugasse 21. Die Familie hatte drei Kinder, der Vater starb früh mit 51 Jahren. Basche Gelber, das Oberhaupt der Familie, war bekannt als ausgezeichnete Köchin, ihre drei Kinder, Josef, Chane und Zofia, waren typische WienerInnen. Josef betrieb eine kleine Parfümerie, Chane arbeitete als Masseurin und Sofia als Hutmacherin. In ihrer Freizeit besuchten sie die Oper und das Burgtheater, lasen Goethe und Schiller und saßen gern im Kaffeehaus. Am Wochenende unternahmen sie Spaziergänge im Wienerwald. 1931 heiratete Josef Breine Eckstein, ihr Sohn Paul kam 1932 zur Welt.
Die heile Welt der Gelbers endete wohl schon 1933, als Hitler in Deutschland an die Macht kam, tatsächlich zu Ende war sie 1939, als Josef verhaftet und in ein KZ nach Nisko deportiert wurde. Zofia Gelber gelang im selben Jahr die Flucht nach England.

1940 waren dann Basche und Chane an der Reihe. Sie wurden zuerst aus ihrer Wohnung vertrieben, lebten ein Jahr lang in einer Sammelwohnung in der Westbahnstraße und wurden 1941 gemeinsam mit 995 anderen Jüdinnen und Juden in ein KZ nach Lagow-Opatow deportiert.

Judith Gordon, die Tochter Zofias, erfuhr von ihrer Mutter wenig über die Zeit zwischen 1933 und 1939, auch wusste sie nicht, dass es Breine ebenfalls gelungen war, mit ihrem Sohn Paul nach England zu fliehen und dass sie nur wenige Kilometer voneinander entfernt gelebt hatten. Breine und Paul emigrierten nach Amerika, New York, wo Paul immer noch lebt.

Im Juni 2010 werden Judith und Paul einander zum ersten Mal begegnen.

Am 7. Mai 2010 waren bei der feierlichen Eröffnung der Steine der Erinnerung für Basche, Josef und Chane Judiths gesamte Familie anwesend, eingeladen waren die Bezirksvorsteherin des 7. Bezirks und die SchülerInnen der SchülerInnenschule und des Werkcolleges. Unter Tränen bedankte sich Judith für die Teilnahme und den Flieder, den die Jugendlichen mitgebracht hatten. Zufällig waren es die Lieblingsblumen Zofia Gelbers. In einem Mail bedankte sich Judith Gordon bei der SchülerInnenschule: „I would like to thank you all for joining us in the celebration oft he lives of the Gelber familiy. (…) Every spring when the lilac begins to blossom, I will not only think of my mother but also of you all.“ 

www.steinedererinnerung.net




 


 
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