Demokratie leben im Plenum

Elke

Einmal in der Woche, am Mittwoch von 9.30 bis 11 Uhr, kommen SchülerInnen und LehrerInnen im Plenum zusammen. Ob die Aufnahme neuer Kinder, das Essen in den Stammgruppen oder Ideen für gemeinsame Projekte, alles wird gemeinsam diskutiert. Wie in einer funktionierenden Demokratie üblich, liegen Lösungen nicht immer auf der Hand. Aber es wird leidenschaftlich darum gerungen.

Mitbestimmen in der Schule

„Schul-T-ShirtTagungsordnungspunkte für das Plenums“, „Engerl/Bengerl“, „Julia E2 + E2“, „Lewin“ – das sind nur vier Themen, die an diesem Mittwoch Vormittag am Programm stehen. Aufgeschrieben haben sie zwei Schülerinnen der 4. Klasse – sie sind nicht nur für die inhaltliche Struktur des Plenums verantwortlich, sondern auch für die Moderation. Neben allen SchülerInnen sind auch zwei LehrerInnen anwesend – Claudia D. und Alex H.

Gleich zu Beginn widmet sich das Plenum der Aufnahme neuer Kinder. Zwei SchülerInnen, die im Jahr 2018/19 einsteigen werden, laufen durch einen von allen Kinder und Jugendlichen gebildeten Tunnel – das „Begrüßgungsritual“ der SchülerInnenschule.

Auftrag zum Kompromiss

Die zu besprechenden Themen werden abwechselnd von LehrerInnen und SchülerInnen vorgebracht. Claudia D., Lehrerin für Italienisch, Geografie, Mädchenprojekt und Sport, schlägt vor, dass Schul-T-Shirts produziert werden und lädt die Kinder zu einem Freitagsprojekt zum Thema ein. Informiert wird auch über die Erkrankung einer Lehrerin, wobei Alex H., Lehrer für Mathematik, Burschenprojekt und Sport/Zirkus, darauf Wert legt, dass die Kinder selbstorganisiert weiterarbeiten. Das funktioniere heuer in einer seiner Klassen „super“.

Immer wieder wird abgestimmt, etwa, als es um die Einladung eines Schnupperkinds geht (einstimmig „ja“). Aber es wird auch kontrovers diskutiert, etwa als es um den Turnsaal geht. Ein Bursche ist unzufrieden damit, dass für jeden Tag ein Pausenprogramm für den Turnsaal fixiert ist („Zirkus“, „Tischtennis“ etc.) Er hätte lieber keinen Plan und damit die Freiheit, jeden Tag Merkball zu spielen. Die Abstimmung geht 21:20 für die GegnerInnen des Plans aus. Das heißt aber nicht, dass sie „gewonnen“ haben. Vielmehr bekommen sie den Auftrag, einen Kompromiss auszuarbeiten – Start in der nächsten Pause.

Lernen im Plenum

[Interview mit Schülerinnen: Malies, 1. Klasse, Matilde, 2. Klasse, und Magdalena, 4. Klasse, über das Plenum]

„Ich lerne was im Plenum, aber ich kann nicht genau sagen was“, meint Malies aus der 1. Klasse. Magdalena aus der 4. Klasse ist da schon konkreter: „Wir lernen, wie man mit Konflikten umgeht, weil auch gestritten wird. Wir lernen zu kommunizieren und – meistens respektvoll – eine Lösung zu finden.“

Auch wenn die Diskussionen manchmal nerven, sind sie sich einig, dass das Plenum wichtig ist. Malies: „Wenn man die Konflikte nicht bespricht, würde das in einem ziemlichen Chaos enden.“ Und Matilde aus der 2. Klasse ergänzt: „Wenn Konflikte ohne jegliche Besprechung wären, würde das überschwappen.“

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